An der Schwelle zum Hochmittelalter, einem Klimaoptimum, das die Zutaten für das Bier besser gedeihen ließ, gewann das Bier an Bedeutung. Zum einen war die Landwirtschaft und somit auch der Getreideanbau ertragreicher, zum anderen fiel in diese
Zeit, die Wende vom 11. ins 12. Jahrhundert, das Wirken von Hildegard von Bingen, die das Bier als Heiltrunk aufwertete. So sollte es bei Schwermut helfen da es den Mut hebe, die Regeneration fördere und den Leib kräftige. Schließlich
kam jetzt auch der Hopfen ins Bier. Interessanterweise wurden bereits zu dieser Zeit nur die weiblichen Hopfendolden als Biergewürz verwendet, da nur sie das Lupulin enthalten, welches das Bier bitter und haltbar macht. Hildegard von Bingen wusste
damals schon: „Mit seiner Bitterkeit hält er (der Hopfen) gewisse Fäulnisse von den Getränken fern, denen er beigegeben wird, so dass sie umso
haltbarer sind.“ Totzdem stand Hildegard von Bingen dem Hopfen auch skeptisch gegenüber.
Er „beschwere die Eingeweide und mache den Menschen traurig“.
Hildegard von Bingen wurde 1098 in Bemersheim als Tochter einer vornehmen Familie geboren. Früh wurde Wert auf ihre geistliche Erziehung gelegt. So gründetet sie
Mitte des 12. Jahrhunderst ein Kloster auf dem Rupertsberg. Diese Entschlossenheit zeigte sich auch in Ihren Niederschriften, in denen sie offen die Missstände Ihrer Zeit anprangerte. Hildegard von Bingen schrieb nicht nur zu politischen und geistlichen
Themen in der Zeit zwischen 1151 bis 1158 verfasste sie Ihre heute noch berühmten Schriften zur Natur- und Heilkunde, in denen Sie auch den Hopfen als Heilpflanze beschrieb.
Fast dreihundert Jahre später zu Beginn des 15.Jahrhunderts wurde
Hildegard von Bingen zur Heiligen ernannt.